Schwarze Löcher

Schwarze Löcher

Die hier folgende Spekulation, die derzeit wohl in der Kosmologie untersucht wird, hat mein Interesse geweckt:

  1. Das Universum sei in Wahrheit eine dreidimensionale Projektion zweidimensionaler Information
  2. Schwarze Löcher, insbesondere deren innere Struktur sei genau in derselben Weise aufgebaut wie unser Universum

…lesen Sie dies und mehr in: Gedankenspiele 4


Natürlich liegt es nahe, aus dieser Analogie zwischen dem ‘inneren’ unseres Universums und dem ‘innern’ eines schwarzen Lochs die Möglichkeit abzuleiten, dass auch unser Universum in Wahrheit nichts anderes als das innere eines Schwarzen Lochs eines größeren Universums, in das wir eingebettet liegen, ist. Man kann sogar ableiten, dass damit alle Schwarzen Löcher, die in unserem Universum bestehen, nichts anderes sind, als selbständige Universen. Wiederum legt dies die Möglichkeit offen, dass unser Universum nur Teil eines wiederum übergeordneten Universums ist, innerhalb dessen es sich wiederum nur als Schwarzes Loch manifestiert. Und da auch Schwarze Löcher keine starren Gebilde sind, sondern wachsen, verschmelzen und sogar zerstrahlen, so erscheint die gesamte Schöpfung aus dieser Sicht plötzlich als ein waberndes und lebendiges Gewebe von ineinander verschachtelten Tausenden, Millionen, Milliarden, vielleicht sogar unendlich vielen Universen – voneinander getrennt durch Ereignishorizonte, jedoch viele Teil eines jeweils übergeordneten größeren Universums, das vielleicht selbst wieder nur eines von unzähligen ist.

Aber von Vorn. In einem früheren Text habe ich mich dafür ausgesprochen, Schwarze Löcher weniger als Singularitäten und eine unendlich gekrümmte Raumzeit aufzufassen, als vielmehr als ‘gefrorene Sterne’, also als stellare Objekte, die, also deren Außenradius, sich so unendlich nah ihrem Schwarzschild-Radius angenähert haben, dass auf ihrer Oberfläche die Zeit gefriert, stehenbleibt.

Dieser Interpretation zugrunde liegt die Sicht, dass der gefrorene Stern in der Tat erst in unendlich ferner Zukunft zu dem mathematischen Punkt, der Singularität entartet, eine Zukunft, die man erfährt, wenn man in das Gravitationssystem des Schwarzen Lochs eintaucht und damit auch die Zeitdehnung erfährt, die das Schwarze Loch charakterisiert. Würde man auf der Oberfläche des gefrorenen Sterns ankommen können, so würde man von diesem Standpunkt aus erleben, wie das gesamte Universum um einen herum seine Lebenszeit durchmisst und erst nach einer unendlich langen Wartezeit – was immer dies in einem endlichen Universum bedeuten mag – der gefrorene Stern unter einem in die Singularität des mathematischen Punktes kollabiert.

Diese Sicht entbehrt nicht eines kleinen Denkfehlers. Die Argumentation basiert auf der stillschweigenden wiewohl falschen Annahme, dass die Zeit ein wenig zu absolut angenommen wird. Erst durchläuft das Universum seine Existenz und erst dann kann das Schwarze Loch eine unendlich ferne Zukunft erreichen. Diese Überlegung enthält stillschweigend, dass beide, das Universum um das Schwarze Loch herum, wie das Schwarze Loch selbst, sich auf ein und dieselbe Zeitschiene berufen.

Das tun sie selbstverständlich nicht! Sehr wohl kann die Zeit des Schwarzen Lochs quasi stehenbleiben während die Zeit des umgebenden nicht relativistisch von Gravitation beeinflussten Raumes ‘normal’ verläuft. Sehr wohl kann das Schwarze Loch eine Sigularität werden, auch wenn dies im Zeitsystem des unverzerrten Raumes erst in unendlich ferner Zukunft der Fall wäre. Beide Phänomene sind durch den Ereignishorizont des Schwarzschildradius voneinander grundsätzlich entkoppelt.

Das bedeutet im Kern, dass es zwischen dem was dies- und jenseits des Schwarzschildradius passiert kein jetzt oder danach mehr gibt. Beide Systeme sind in zeitlicher Hinsicht voneinander entkoppelt. Vergleiche der beiden Zeitsystem und Zeitenläufte sind sinnlos geworden. Einzig noch gemein sollten sie haben, dass sich ihr Zeitpfeil im allgemeinen in dieselbe Richtung, nämlich in die Zukunft bewegt.

Das bedeutet: hat ein Stern seinen Schwarzschildradius erreicht, trennt, regelrecht stanzt, die Gravitationskraft seiner Masse, beschrieben entsprechend den Überlegungen der Allgemeinen Relativitätstheorie, ihn aus dem Zeitsystem unseres Universums heraus, wenngleich seine Masse außerhalb dieser Zeitlichkeit wenigstens im Rahmen ihrer Gravitationskraft im Universum präsent bleibt. Doch das Innere des Schwarzen Lochs, jenseits des Ereignishorizonts, ist aus dem Zeitsystem des Universums ausgetreten und stellt von nun an ein eigenes System dar, eines, so die neuesten Untersuchungen, das sich in seinem Innern kaum von den Gesetzmäßigkeiten unseres Universums unterscheiden dürfte.

Damit stehen wir vor der Frage…


…lesen Sie dies und mehr in: Gedankenspiele 4

siehe auch:

Higgs und sein Gottesteilchen

Physik in unserer Zeit

Bombenbaui

Geist und Materie