Geologische Zeiträume

Die Annahme, die Natur habe ein Ziel, ist falsch. Der Mensch denkt, bezieht Vergangenheit und Zukunft in seine Überlegungen ein und neigt daher dazu, seine eigenen geistigen Fähigkeiten auf seine Umwelt zu projizieren.


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Menschliche Entscheidungen sind geprägt von Zielen, die der Mensch zu erreichen trachtet. Und ebenso unterstellen Menschen, sogar Wissenschaftler, der Natur häufig Ziele und manchmal sogar einen eigenen Verstand.

Naturbeschreibungen sind voll von Projektionen menschlicher Fähigkeiten auf natürliche Vorgänge. In den Naturreligionen ist die Natur erfüllt von individuell agierenden Naturgöttern. Dabei erhalten auffällige Vorgänge in der Natur, wie Blitz und Donner, das tosende Meer, Tiere und Pflanzen in ihrer Gesamtheit, oder auch der Erdboden selbst – der zuweilen bebt – eine Personifikation durch Gottheiten. Das Unterstellen eines eigenen Geistes, und damit eines vernünftigen Handelns dieser Naturkräfte sind für den einfachen Menschen, der nicht in der Lage ist diese Vorgänge und ihre Mechanismen zu durchschauen, ein Trost. Im Gegensatz zu einer zufälligen, gefährlichen und unbarmherzigen Natur bietet der Glaube an Naturgötter den Vorteil, auf eine höhere Vernunft vertrauen zu dürfen und gleichzeitig Bitten an diesen Geist richten zu können, es ermöglicht die Einflussnahme.

Dazu kommt, dass der Mensch stets fragt, woher er selbst kommt. Durch die Erkenntnis seiner selbst, durch sein Bewusstsein, unterscheidet er sich nicht nur fundamental von anderen Tieren. Er ist sich dieses Unterschiedes auch bewusst und erfährt durch diese Herauslösung aus dem unbewussten Kontinuum der belebten Natur, dem Heraustreten aus dem Paradies der Unmündigkeit, ein tiefgreifendes Gefühl der Einsamkeit. Im Hadern mit seiner Existenz ist es dem Menschen ein Trost, anzunehmen, dass seine eigene Existenz einen Zweck habe, einem von den Göttern oder einem einzelnen Gott gewollten Ziel folge. Der Gipfel dieses tief empfundenen Wunsches ist das in allen nah-östlich geprägten Religionen gepflegte Postulat, der Mensch sei sogar nach dem Vorbild Gottes geschaffen und sei von Anfang an der rechtmäßige Herrscher über die Welt.

Die naturwissenschaftliche Denkweise argumentiert demgegenüber diametral entgegengesetzt. Zunächst ist die Annahme eines individuell agierenden Geistes hinter natürlichen Vorgängen hinderlich beim Verständnis der wirkenden Mechanismen, das ein individueller Geist per se durch ein hohes Maß an Unvorhersagbarkeit gekennzeichnet ist. Postuliert man eine Gottheit, die die Vorgänge in der Natur lenkt, schreibt man damit automatisch die Nicht-Vorhersagbarkeit von natürlichen Vorgängen fest. Im selben Atemzug legen Religionen in der Regel sogar fest, dass es den Menschen ganz prinzipiell unmöglich sei, die Überlegungen der Gottheiten zu begreifen. Dies ist natürlich für wissenschaftliche Bemühungen fatal. Erst, wenn man zulässt, dass natürliche Vorgänge auf für den Menschen nachvollziehbaren Mechanismen beruhen und nicht Spielball einer nicht begreifbaren und gar einer menschlich-emotional unberechenbar agierenden Gottheit sind, erst dann ist es möglich naturwissenschaftliche Aussagen über die Natur zu treffen.

Und diese Denkweise zeitigte fantastische Erfolge. Das naturwissenschaftliche Prinzip …


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