Perfektion vs. Mut zur Lücke

Das Studium, ebenso die Promotion und in gewisser Weise auch der spätere Beruf ist eine permanente Gratwanderung zwischen Perfektion und Mut zur Lücke.


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Perfektion

Einerseits ist der Wille zur Perfektion bei Euch nötig, wenn Ihr Studienarbeiten, Seminararbeiten, Abschlussarbeiten etc. verfasst. Schaut Euch das Ergebnis Eueres Tuns mit den Augen des Professors an. Seit hart und unbarmherzig zu Euch selbst, denn der Professor wird es auch sein. Professoren und Ihr Stab sind kleinlich. Zumindest wird es Euch so erscheinen. Es gehört zu Ihrem Ansehen, dass die Arbeiten, die unter ihrer Ägide an ihrem Lehrstuhl verfasst werden einen gewissen Mindeststandard aufweisen. Also sorgen sie dafür, dass Arbeiten, die diesen Mindeststandard nicht erfüllen entweder so lange vom Fußvolk, also Euch, optimiert werden, bis sie Standesgemäß sind, oder einfach nicht erscheinen, Ihr also die Studienleistung nicht bestätigt bekommt, weil die Arbeit nicht angenommen wurde. Letzteres solltet Ihr unter allen Umständen verhindern.

Dozenten und Professoren sind nicht so nachsichtig, wie Euere Lehrer es waren. Sie erwarten von Euch die volle Performance eines Erwachsenen, nicht wie die Lehrer das schwächliche, unreife Ergebnis eines Kindes. Diesen ganzen Schritt habt Ihr seit dem Abitur vollzogen, nun müsst Ihr geistig dieser Veränderung Rechnung tragen und Euch entsprechend verhalten.

Wenn Ihr also in Euerer Arbeit eine Linie an der falschen Stelle empfindet, wenn Ihr meint, das Rot im Diagramm ist zu grell, wenn Euch kleinere Rechtschreib- oder Grammatikfehler auffallen sowieso, wenn Ihr den Zeilenabstand, die Schriftgröße, das Seitenlayout, die Anzahl der Absätze, die Tabelle, egal, was… was Euch auffällt. Wenn es unschön ist ändert es. Denn Garantie: dem Professor oder seinem Assistenten, der Euer Machwerk korrigiert, fällt es auch auf und der wird es ohne Gnade kritisieren.

Es ist weniger eine Frage Eueres Könnens, als vielmehr eine Frage Euerer Reife. Wenn Ihr erwachsen seid, werdet Ihr Euch erwachsen verhalten und das bedeutet, alles Tun, was Eueren Erfolg unterstützt und verantwortungsbewusst und kritikfähig alles beseitigen, was Euerem Erfolg abträglich ist.

Wenn Ihr noch Kinder seid, werdet Ihr das nicht tun, werdet unsaubere Arbeiten abgeben, werdet Euch nicht um die Perfektion scheren, die man von Euch - als nun Erwachsene - erwartet.

Tut, was Ihr tun müsst, aber entscheidet weise.

Was also tun? Ist doch wohl klar: springt über Eueren Schatten, lasst nicht all das durchgehen, von dem Ihr selbst schon seht, dass es nicht gut ankommen wird, sondern merzt rigoros alles aus, was Ihr selbst bereits als Schwachstelle, als Design-Flaw, als Mangel, als unschön oder irgendwie negativ auffällig empfindet. Wartet nicht darauf, dass man Euch kritisiert, sondern sucht die Kritikpunkte selbst und beseitigt sie.

Der Korrektor wird das bemerken und Euch gegenüber deswegen positiv gestimmt sein.

Mut zur Lücke

Der Spagat an der Uni ist oft groß. So groß, dass es einen zerreißen kann, wenn man nicht aufpasst.


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