314 Arbeitsteilung – jeder hat eine Rolle

Arbeitsteilung

Die Linken meinen, alle seien gleich – und damit könnten auch alle über alles mit der gleichen Kompetenz urteilen und alle gleichermaßen mitbestimmen.

Das ist freilich Unsinn. Das Gegenteil ist der Fall…


…lesen Sie dies und mehr in: Gedankenspiele 14


Letztlich führt diese Inkompetenz der Mehrheit nicht nur dazu, dass Fortschritt stagniert und aufgehalten wird, es führt auch dazu dass keiner mehr mitbestimmt, weil immer nur die dumme Masse bestimmt, aber nie die wenigen Top-Kompetenten.

Low Tech

Schon in einer wenig technisierten und bäuerlichen Gesellschaft ist Arbeitsteilung der Schlüssel zum Erfolg. In der einfachen dörflichen Gemeinde gibt es nicht nur den Lehrer und den Schmied, den Bauern und den Schreiner, den Pfarrer und den Bürgermeister, nur einfach so, sondern weil diese jeweils ihr Metier als einzige beherrschen und man diese Arbeitsteilung braucht. So erzeugt man Fachleute, die wissen was sie tun.

Wenn etwas technisches entschieden werden soll, tun alle gut daran, den Schmied hinzuzuziehen und seine Meinung einzuholen, die auf seiner Erfahrung beruht. Nicht anders beim Bau von Scheunen und Häusern den Schreiner und den Baumeister zu fragen, aber bitte nicht den Pfarrer und den Lehrer. Denn deren Metier ist nur das klug daherreden.

Wenn der Bürgermeister allein entscheidet, dann nur um seine Kernkompetenz zu festigen: und das ist Macht und Einfluss. Wenn der Pfarrer entscheidet, wird er auf Basis seiner Machtinteressen (und vielleicht nach den Vorgaben seiner Religion) argumentieren, aber doch bitte nicht nach technischer Kompetenz – die hat er nämlich nicht. Der Lehrer kann sich gegenüber Kindern profilieren, aber in Wahrheit ist er komplett kompetenzfrei.

Die einzigen, die wissen, wovon sie sprechen, wenn es um ein technisches Projekt geht – und welche Projekte, die eine Praxisrelevanz haben sind \emph{keine} technischen Projekte? – sind der Schmied und der Schreiner. Freilich werden die zusammen ihren Kenntnisstand dem Bürgermeister vortragen, denn dessen Aufgabe als Alpha des Ortes ist, die Meinungen zusammenzuführen und klug zu entscheiden.

Entscheidend aber für den Erfolg des Unterfangens ist, dass der Pfarrer und der Lehrer den Mund halten und sich nicht in etwas einmischen, was sie nicht durchschauen und worin sie keinerlei Kompetenz aufweisen.

Freilich kann der Pfarrer mit seinem alten Trick, dass es ‘nicht Gottes Wille ist, was da geplant ist’ alles blockieren. Doch er tut im Interesse des Gemeinwohls gut daran, nicht Fortschritt und Weiterentwicklung durch die Macht des Glaubens zu blockieren, also hält er besser den Mund. Und für den Lehrer gilt dasselbe: sofern es sein Metier berührt, etwa gegen die Interessen seiner Schüler ist, kann er das äußern, aber ansonsten soll auch er bei seinen Leisten bleiben, wie man es jedem Schneider empfiehlt.

Das ist überhaupt das Grundprinzip aller Grundprinzipien allen Wirtschaftens, also aller Interaktion der Menschen untereinander: jeder spricht für sich, seine Interessen, seinen Bereich. Jeder soll sich nicht nur auf das begrenzen, was ihn wirklich angeht, jeder soll sich auch auf das konzentrieren, was ihn angeht. Denn das macht seine Position stark und die summierte Kompetenz aller größer.

Wenn alle sich in alles einmischen, wenn der Lehrer anfängt, die Kompetenz des Schmieds anzuzweifeln, wenn der Pfarrer den Bürgermeister in seiner Entscheidungshoheit bedrängt, wenn der Schreiner dem Bauern sagen will, wann er aussähen und ernten soll, beginnen die Dinge aus dem Gleichgewicht zu geraten.

Aber genau dies beobachten wir heute: egal wie dumm, egal wie ungebildet, egal wie fehl am Platze, Taxifahrer, Deutschlehrer und andere Dummköpfe: jeder meint, seine Meinung wäre auch noch wichtig gesagt zu werden. Ein profunder Mangel an Disziplin und Bescheidenheit, Respekt vor den Anderen, insbesondere Respekt vor der Kompetenz derer, die kompetent sind, zeigt sich hier. Alles Merkmale einer verkommenen und maßlos gewordenen Gesellschaft.

Das ist ein ganz einfaches Beispiel, aber es zeigt doch wie aberwitzig, selbst in einer Low-Tech Gesellschaft es ist, dass fachfremde Zeitgenossen Expertise abgeben und mit-entscheiden oder gar maßgeblich entscheiden sollen.

High Tech

Wenn wir die Personen, die wir oben exemplarisch aufgezeigt haben nun als Fraktionen sehen, den Bürgermeister als die Politik, den Pfarrer als die Religion, den Schmied als die Ingenieure, den Schreiner als den Baumeister, sowie den Lehrer als… eben die Lehrer, dann haben wir ein gutes Bild auch für unsere heutige weit komplexere Situation.

Denn genau das ist das Problem, genau dies versucht die heutige sogenannte ‘Demokratie’: Aus der Idee der Mitsprache aller ist eine Gleichverteilung der Entscheidungsmacht entstanden, die sich vollständig von Fachkompetenz und damit Entscheidungskompetenz abgekoppelt hat. Und wenn Dummköpfe entscheiden, ist das offensichtlich ungesund.

Denn wenn es das klare Primat nicht mehr gibt, dass jeder, der keinen Schimmer von einer Sache hat, bescheiden den Mund hält, und stattdessen jeder, egal wie kenntnisslos und inkompetent seinen (sinnlosen) Beitrag zu der Sache hinzufügen muss, gar die Entscheidung maßgeblich beeinflusst, dann entgleist alles: denn dann entscheidet die Mehrheit – oder schlimmer noch: die am lautesten schreien – und damit nicht mehr Kompetenz und Sachverstand, sondern alles, nur das nicht.

Das ist in einer prä-technischen Gesellschaft, wie wir an dem obigen exemplarischen Beispiel gesehen haben bereits wenig hilfreich und wird in einer High-Tech-Gesellschaft zur kompletten Bauchlandung. Denn die High-Tech-Gesellschaft benötigt noch mehr als die einfacheren Gesellschaften kompetente und richtungsweisende Entscheidungen, nicht das ahnungslose Gestammel von irgendwem, dessen Kernkompetenz eine Profilneurose ist.

Seit die Linken mit ihrer Gleichheitsideologie den Menschen in den Kopf setzen, dass jeder eine Meinung haben soll und sie äußern können soll, entscheiden eben in der Mehrheit nicht mehr die Fachleute, sondern die Mehrheit der Dummköpfe über wichtige und weitreichende Dinge, von denen sie nicht die Spur einer Ahnung haben. Das Ergebnis ist von allem Anfang an offensichtlich: Fehlentscheidung reiht sich an Fehlentscheidung.

Wenn dann noch die Stellenbeschreibung des Politikers am besten von Schauspielern und korrupten Kriminellen erfüllt wird, bleibt die fachliche Kompetenz und die Fähigkeit zur richtigen Entscheidung in den hochtechisierten Bereichen, auf denen die Wirtschaft fußt konsequenterweise auf der Strecke.


…lesen Sie dies und mehr in: Gedankenspiele 14


siehe auch:

High Tech

Dummheit – das Problem der Welt

Gewaltenteilung im Informationszeitalter

Das Internet forciert Zentralisierung und Monopolisierung