292 Was alles so sein muss

… weil es nicht anders sein darf.

Oder: Die Willkür der Geschichtsschreibung.

Stolz berichten mir Leute, sie ‘hätten in Geschichte aufgepasst’. Sie wollen damit sagen, sie wüssten, was damals (wann-auch-immer) passiert ist und ich liege falsch, wenn ich etwas anzweifle oder Argumente ins Feld führe, die die Ansichten des Mainstreams, also der Geschichtsbücher in Zweifel ziehen. Sie wissen es besser, weil sie noch wissen, was in ihrem Schul-Geschichtsbuch geschrieben stand.

Prima. Papier ist bekanntermaßen ein Garant für Wahrheit, weil das Papier selbst sich wehrt, wenn Lügen und Märchen darauf gedruckt werden… oder etwa nicht? Oder war es genau umgekehrt, war Papier etwa geduldig? Oder machen Geschichtsbücher da eine Ausnahme?


…lesen Sie dies in: Gedankenspiele 14


Nein, wohl kaum. Das Papier in Geschichtsbüchern unterscheidet sich in seiner Duldsamkeit gegenüber Fehlern und Lügen von keinem anderen Papier auf der Welt. Es ist geduldig. Endlos geduldig. Es erträgt jede noch so niederträchtige Lüge auf seinen Seiten. Ohne beleidigt zu sein. Ohne zu rebellieren… obwohl das mehr als einmal angemessen wäre.

Vielleicht sogar tun sich Geschichtsbücher sogar hervor in Geduldigkeit, weil vor allem sie Dinge berichten müssen – anders etwa als Mathematik-Bücher, anders als Schulbücher über Literatur, Biologie oder Physik –, die von besonderer Bedeutung und Brisanz sind, Politik eben, und zugleich die Behauptungen einer besonders wenig exakten Wissenschaft wiedergeben müssen – also mehr Hörensagen, keine mathematisch exakten Analysen, historische ‘Belege’, die nicht selten gefälscht oder verfälscht oder absichtlich falsch interpretiert werden. Idealer Nährboden für Lug und Betrug jeder Art.

Wer also liegt offenkundig richtiger: der Geschichtsbüchern und ihren Inhalten absolut vertraut – weil man das in der Schule so gesagt bekommen hat –, oder wer selbstverantwortlich und im Zweifel lieber skeptisch bleibt und erkennt, dass nichts was in solchen Büchern gedruckt steht die absolute und unzweifelhafte Wahrheit ist?

Und wer an dieser Skepsis Zweifel hat, der möge Geschichtsbücher verschiedener Ideologien und Machtblöcke vergleichen… was in Deutschland aufgrund der Teilung in West- und Ost-Deutschland und der Zugehörigkeit zum Westlichen resp. Kommunistischen Machtblock, besonders gut geht… keine Sprachbarriere…

Noch mehr Lügen

Manche Lügen erkennen wir einfach deswegen nicht mehr, weil sie uns schon so sehr aus den Ohren heraus kommen, dass wir sie längstens als gesetzt, als Wahrheit anerkannt haben, obschon sie das freilich gar nicht sind.

Denn die Schuld wird immer den Schwächsten gegeben. Am Ende eines Krieges den Verlierern, im Meinungskrieg den Schwachen, die nur konsumieren, aber keinesfalls selbst denken oder, bewahre, agieren und Macht ausüben sollen.

Und so schwingt man die Keule der Schuld, wie schon seit buchstäblich Jahrtausenden in den Religionen üblich »Ihr seid alle Sünder!« schreit der Pfaffe von der Kanzel und das Volk beugt den Kopf und lässt sich Geiseln und unter die Knute zwingen, weil sie Sünder sind und es nicht besser verdient haben.

Dasselbe sagte man …

…den ganzen Artikel lesen Sie freilich in: Gedankenspiele 14


siehe auch:

German Angst

Zu Protokoll

Demokratie - ein Mittel das Volk zu versklaven