Missing 411 - Stacy Arras, Yosemite 1981

Stacy Arras verschwindet am 25. Juli 1981 im Yosemite Nationalpark in Kalifornien. Sie ist zu diesem Zeitpunkt 14 Jahre alt.


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Stacy ist ein fröhliches Mädchen. Gutaussehend, jung und unbekümmert. Zwar hat sie einige schulische Probleme und sich dazu gerade von ihrem Freund getrennt, aber das unterscheidet sie kaum von anderen Teenagern und sind kaum Motive wegzulaufen.

Sie hat das Fotografieren als Hobby für sich entdeckt und liebt die wilde Natur des Yosemite Parks mit seinen schroffen Granitfelsen, seinen verborgenen kleinen Seen und seinen grünen Wiesen und Wäldern.

Stacy hat im Somme 1981 Ferien und ist mit ihrem Vater George Arras nach Yosemite gefahren. Man mietet sich Pferde und reitet mit einer kleinen Gruppe von sieben Touristen mit einem Guide hinaus in den Park in Richtung Sunrise Meadows, weg von den touristischen Zentren in die beinahe unberührte Natur.

Am ersten Tag reitet die kleine Gruppe fünf Stunden und gelangt in einen sehr abgelegenen und naturbelassenen Teil des Parks.

Dort warten die Unterkünfte des Sunrise High Sierra Camp an einem See gelegen auf die Reiter. Eine malerische Umgebung mit Granitfelsen, dem kleinen See und den im angrenzenden Wald gelegenen Holzhütten. Dort will man die Nacht verbringen.
Also steigt man von den Pferden, der Guide versorgt die Tiere.

Stacy und ihr Vater gehen zu den Unterkünften hinüber und richten sich dort mit ein paar Handgriffen häuslich ein.

Stacy zieht sich um, erfrischt sich und sagt dann zu ihrem Vater, dass sie die paar Meter hinunter zum See gehen will, sich auf die Felsen setzen um den See zu fotografieren.

Ihr Vater ruht sich aus und sagte, sie solle ruhig allein gehen, aber Wanderschuhe anziehen, keine Flipflops, wie sie sie noch an ihren Füßen trägt.

Also nimmt Stacy die Kamera und geht hinaus zum See. Sie trägt ein weißen Pullover, eine Bluse, Leggings und nun ihre grauen Wanderstiefel.

Zur gleichen Zeit geht das älteste Mitglied der Gruppe, der 70-jährige Gerald Stuart die selbe Richtung zum See und die beiden werden von mehreren Zeugen gesehen wie sie den Weg zusammen gehen, sich einen Moment auf einem Felsen niederlassen und ein paar Worte wechseln.

Der Mann sagt später aus, das Stacy den Weg weiter bis zum See gegangen ist, um dort Fotos zu machen. Sie wollte gleich zurück sein.

Um das Seeufer herum stehen ein paar Bäume, die den See praktisch einrahmten. Andere Mitglieder der Gruppe sehen ebenfalls, wie Stacy aufsteht und zu den Bäumen am Seeufer geht, während Gerald Stuart sitzen bleibt und ihr hinterher schaut.

Das ist das letzte Mal, dass Stacy lebend gesehen wird.

Nach einiger Zeit beginnt Gerald Stuart sich Sorgen zu machen. Sie kommt nicht wieder zurück. Doch unten am See ist sie auch nicht. Wo ist sie hingegangen? Sie ist wie vom Erdboden verschluckt.

Er geht zurück zur Gruppe und sagt, man müsse nach Stacy sehen, sie sei nicht zurückgekommen und unten am See sei sie auch nicht. Also machen sich einige Gruppenmitglieder auf die Suche.

Doch man kann Stacy nicht finden. Eine Gruppe Wanderer, die den Suchenden auf dem Weg, den Stacy genommen haben musste entgegenkommen werden befragt – aber auch sie haben Stacy nicht gesehen.

Die Parkverwaltung wird auf dem schnellsten Weg informiert und man leitet umfangreiche Suchaktion in die Wege.

Hunderte freiwillige Helfer kommen um bei der Suche nach Stacy zu helfen. Zwei Wochen lang wird die ganze Gegend nach Spuren abgesucht. Im Umkreis von 8 Kilometern wird mit Suchhunden gesucht, drei Tage lang überfliegt ein Hubschrauber immer wieder die Gegend und fandet aus der Luft nach Hinweisen auf Stacys Aufenthaltsort, irgendwelchen Indizien, Auffälligkeiten. Nichts.

Das einzige, was man je von ihr findet ist Deckel ihres Kameraobjektivs. Er liegt innerhalb der Baumlinie nahe am See.

Stacy Arras ist nie gefunden worden. Sie bleibt spurlos verschwunden. Ihr Schicksal ist ebenso ungeklärt wie die Frage, wie man überhaupt spurlos verschwinden kann…

Fragen

Offensichtlich ist Stacy nicht freiwillig verschwunden, nicht aus eigenem Antrieb, sie hatte keinen Grund ihr bisheriges Leben zu beenden und ein neues zu suchen. Sie war auf einer aufregenden Urlaubsreise und war den ganzen Tag lang geritten. Was sollte sie auf die Idee bringen zu verschwinden?

Sie hatte auch keine Veranlassung die Gruppe verlassen zu wollen, schon gar nicht war sie selbstmordgefährdet, außerdem hätte man dann ihren Leichnam irgendwo finden müssen.

Sie hatte offenbar überhaupt nicht geplant weiter weg zu gehen, denn sie wollte ja ursprünglich in Fliplops nach draußen zum Fotografieren gehen. Nur auf den Hinweis ihres Vaters hat sie ihre Wanderstiefel angezogen. So hatte wohl kaum die geheime Idee in Flipflops, mitten in der unwegsamen Wildnis der Sierra Nevada wegzulaufen und zu verschwinden. Das wäre wohl der sinnloseste Ort um wegzulaufen überhaupt.

Was ist ihr dann zugestoßen? Ist sie in den See gefallen und ertrunken? Ist sie Opfer einer zufälligen Begegnung mit einem Entführer geworden? Mitten in der Wildnis?

Überhaupt wäre jede Form von gewaltsamen Verschwinden, etwa eine Entführung oder ein Angriff eines wilden Tieres, egal ob Bär, Löwe oder Schlange mit einem Kampf einher gegangen. Dann hätte man Spuren eines Kampfes gefunden. Sie hätte sich gewehrt, hätte um Hilfe gerufen, hätte versucht zu entkommen. Ein Kampf erzeugt Lärm, ist mit viel Bewegung verbunden, hinterlässt Spuren am Boden, im Unterholz, Kampfspuren, nicht zuletzt Blutspuren. Doch nichts dergleichen wurde bemerkt oder später gefunden.

Wenn sie ermordet worden wäre, dann hätte man sie gefunden. Die Suchhunde hätten den Leichengeruch gewittert. Wäre sie im See ertrunken, hätte man sie gefunden, Menschen schwimmen oben auf dem Wasser, werden am Ufer angespült. Außerdem hätte man sie um Hilfe rufen hören. So leicht und schnell ertrinkt ein Teenager nicht, Stacy konnte mutmaßlich schwimmen.

Nichts von alledem geschah.
Stacy hat sich praktisch in Luft aufgelöst.

Mitsamt ihrer Kamera, ihrer Kleidung, ihrer Schuhe, alles. Nichts wurde je gefunden. Keine sterblichen Überreste, keine Ausrüstung, nichts. Es ist beinahe so, als wäre sie nie da gewesen. Als wäre sie durch eine unsichtbare Tür in eine andere Welt entschwunden. Mit Sack und Pack.

Stacy Arras bleibt bis auf den heutigen Tag vermisst.


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siehe auch:

Steven Griffith, New Hampshire 2010

George Carter, Mt. St. Helens 1950

Steven Kubaki, Holland 1978

Jimmy Duffy, Little Wenatchee River