300 Väter und Rationales Denken

Rationalität - Kant: Einsichten jenseits des Wollens

Stellen wir uns ein kleines Beispiel vor.

Kürzlich ging ich durch ein Wohngebiet spazieren. Ein Mädchen von vielleicht 14 Jahren kam mir auf ihrem Fahrrad entgegen.

Wie es die Straßenverkehrsordnung will, ging ich auf der kleinen Anwohnerstraße auf der linken Straßenseite.

Plötzlich blafft mich das Gör von ihrem Fahrrad herunter an, ich »solle auf der richtigen Straßenseite gehen« – sie meinte auf der rechten Straßenseite, dort wo sie gelernt hatte, dass Fahrradfahrer und Autos auf der Straße zu fahren haben.


…lesen Sie dies und mehr in: Gedankenspiele 14



In der für ihre Generation leider reichlich typischen ‘Kinder müssen den Erwachsenen sagen wo es lang geht’ und mit der Social-Justice-Warrier-Attitüde, die Erwachsenen sind der ‘Feind’, blafft sie mich also an, ich wäre ihr im Weg und ich wüsste offensichtlich nicht, wie ich mich im Straßenverkehr zu verhalten habe – sie aber schon.

Ich war perplex und konnte ihr nur den Rat mitgeben, sich die Verkehrsregeln nochmal anzuschauen…

Stellen wir uns nun weiterhin vor, was passieren mag, kommt dieses Mädchen zuhause an.

Sie erzählt die Geschichte vielleicht am Abendessenstisch. Sie sagt (in derselben dummdreisten Weise, wie sie schon mich angemeckert hatte): »und da läuft so ein Kerl auf der falschen Straßenseite und ich muss auch noch um ihn herumfahren.«

Was werden die Eltern sagen?

Natürlich. Die Mutter wird das Kind schützen und emotional auf Watte betten wollen. Es ist ihre Aufgabe, sie ist selbst dazu mit Emotionalität und Einfühlungsvermögen ausgestattet, es ist ihre Hälfte des Erziehungsauftrags, die emotionale Seite des Kindes zum Klingen zu bringen. Sie wird daher etwas derart sagen »Musstest du ausweichen Kind…? Hoffentlich bist du nicht fast vom Rad gefallen…? Hast du dich sehr erschrocken…?«

Der Vater wird auf die Sache ganz anders reagieren. Er wird sagen »Naja, aber er war im Recht.«

Beide, die Mutter und das Mädchen werden den Vater entgeistert anschauen… was fällt ihm ein…? Ein disharmonischer Fakt, eine zur heimeligen Harmonie konträrer Ton…?

Der Vater wird das als Aufforderung seine Position genauer zu begründen verstehen und ungerührt kommentieren mit »Nach den Verkehrsregeln müssen Fußgänger auf einer Straße ohne Gehweg links auf der Straße laufen, damit sie den ihnen entgegenkommenden Verkehr besser sehen auch besser ausweichen können.«

2

Was lernen wir aus diesen archätypischen Antworten und Haltungen von Mutter und Vater über die Rolle der beiden Eltern?

Die Mutter versucht ihr Kind immer zu schützen. Und zwar unter allen Umständen und notfalls gegen jede Vernunft. Die Ignoranz von Vernunft, ein bestenfalls zweitrangiges Interesse an Tatsachen jenseits von körperlicher und seelischer Unversehrtheit ist das alleinige Interesse der Mutter. Fakten und Regeln, Tatsachen und rationales Denken sind dabei Nebensache. Die Mutter wird ihre Tochter nicht korrigieren, sondern immer nur ihr Seelenheil im Sinn haben.

Von der Mutter kann das Kind entsprechend Empathie, Solidarität, Sanftheit, Harmonie, Soziale Kompetenz und dergleichen lernen. Die feminine Rolle. Für Mädchen besonders wichtig, weil sie so lernen feminin zu sein, die ihnen von der Natur zugedachte Rolle. Die geistige Entwicklung, die sich zusammen mit ihren körperlichen Gegebenheiten zu einem sinnvollen Ganzen fügt.

Der Vater fordert das Kind in ganz anderer Weise. Er konfrontiert das Kind mit objektiven Fakten, die sich kein Yota darum kümmern, ob das Kind das schön und angenehm findet. Er fördert damit in dem Kind die Fähigkeit sich mit unangenehmen Tatsachen auseianderzusetzen, Stress zu erleben, die Spaltung zwischen wollen und ist.

Er konfrontiert das Kind mit dieser Sicht auf die Dinge, dieser kühlen und objektiven Sicht aus der Perspektive eines neutralen Dritten, nicht involviert in die Emotionalität der Situation. Er fördert damit die Fähigkeit des Kindes jenseits seiner eigenen Affekte zu denken, bewusst zu sein und sich selbst ein Stück weit weniger in die Dinge verworren, sondern außerhalb der Dinge stehend zu betrachten, er fördert das für Menschen einzigartige und völlig unersetzbare ‘objektive Denken’, das eigentliche ‘Bewusstsein’, das ‘Große Ich’, wie Eckhart Tolle es sehen würde.

Dies befördert in dem Kind die Fähigkeit …


…lesen Sie den ganzen Artikel in: Gedankenspiele 14


siehe auch:

Die Wahrheit über Männer und Frauen

Männliche und Weibliche Ideologie

Warum wir alle erbärmliche Betas sind

Von Männern und Frauen