Zukunft der Menschheit

Es ist geradezu grotesk, anzunehmen, dass die Menschheit sich im Hinblick auf kosmische Ereignisse, die die Erde betreffen könnten, Sorgen um ihre eigene Existenz machen müsse.


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Die Existenz des Menschen und seine herausragenden Fähigkeiten stellen in dem sich über Jahrmilliarden erstreckenden Kontinuum der Evolution zwar eine in gewisser Weise konsequente, jedoch auch wenig bedeutsame Laune der Natur dar. Aus der Sicht der Evolution ist der Mensch eine Sackgasse. Die besonderen geistigen Fähigkeiten vergrößern nicht die Überlebenswahrscheinlichkeit des Menschen, sie verringern sie drastisch, sie sind ein dramatischer Nachteil. Freilich zeitigen sie kurzfristig kolossale Vorteile. Die Ausbreitung des Menschen, seine allein zahlenmäßige Dominanz ist beeindruckend. Allerdings sollte man langfristig nicht bloße Expansion als einzigen Erfolg bewerten. Kontinuität, statt explosionsartiger unkontrollierter Ausbreitung, ist stets eine solidere Basis für langfristigen Erfolg. Doch die Menschheit neigt aufgrund ihrer fundamentalen Überlegenheit zum ungebremsten Wachstum. Wie primitive Organismen bereits vor Milliarden Jahren läuft der Mensch aber damit Gefahr, innerhalb kürzester Zeit überlebensnotwendige Ressourcen aufgebraucht und die Umwelt so stark umgestaltet zu haben, dass er selbst damit sein eigenes langfristiges Überleben unmöglich macht.

Schlimmer noch wiegt, dass der Mensch durch den Einsatz von Technologie für sich selbst die Mechanismen der Evolution abschafft und damit seine eigene Weiterentwicklung als Gattung verhindert. Zwar wächst das Wissen der Menschheit und seine Kompetenz, seine Umwelt nach seinen Gutdüngten umzugestalten, doch seine eigene Entwicklung tritt auf der Stelle. Er wird im Ganzen körperlich gebrechlicher, was durch verstärkte Maßnahmen in der Medizin zunächst mit Erfolg zu kompensieren versucht wird. Doch wohin führt diese Tendenz? Dahin, dass der Mensch der Zukunft ohne medizinische Hilfsmittel nicht mehr existieren kann? Dabei wird er zudem psychisch unausgewogener, ein Effekt, der sich in allen Industrieländern dramatisch ausbreitet, mit entsprechenden Folgen auf die Fortpflanzungsrate. Seine geistigen Fähigkeiten, sein größtes Vermögen, siecht ebenso, wie seine körperliche Robustheit dahin, statt sich fortentwickeln zu können. Allein das Wissen des Menschen wächst unaufhörlich, doch bereits heute ist er außerstande, vom enormen Wissensschatz seiner Generation zu profitieren, da keine konsistente Möglichkeit des Zugriffes auf dieses Wissen besteht. Ausgeschlossen ist, alles Wissen in einem menschlichen Gehirn so zu vereinen und zu vernetzen, dass ein einziges Individuum analog zum Universalgeleerten der Renaissance die wesentlichen Züge des vorhandenen Wissens zu überblicken vermag. Und die Entwicklungen im Geistigen sind dabei noch von enormer Zweischneidigkeit, die mit jedem neuen Werkzeug ein parallel ein neues Problem heraufbeschwören. Die Fähigkeit des Menschen zum abstrakten Denken befähigen ihn gleichzeitig Taten von beinahe grenzenloser Unmoral zu begehen und sich dazu gleichzeitig durch nicht angemessene übertriebene Moralität selbst zu behindern.

Der moderne Mensch bevölkert die Erde seit weniger als 3 Millionen Jahren, erst in den vergangenen 100.000 Jahren begann er seinen beispiellosen Aufstieg zum unangefochtenen der Beherrscher des Planeten. Seit etwa 300 Jahren ist er in der Lage zunehmend den gesamten Planeten durch die technische Umsetzung seine Kenntnisse über die Natur zu dominieren. In den vergangenen 50 Jahren hätte er mehr als einmal um ein Haar seiner eigene gewaltsame Auslöschung bewirkt.

Der Mensch ist zweifellos das außergewöhnliche Lebewesen das je auf der Erde gelebt hat. Doch seine außergewöhnlichen Fähigkeiten verleiten ihn gleichzeitig dazu sich – und das ist außergewöhnlich ungeschickt – gegen die Prinzipien der Evolution und damit gegen das Leben selbst zu stellen. In seine eigenen selbstüberschätzen Philosophien ist der dazu ausersehen, sich die Welt Untertan zumachen, doch die Erde ist fest im Griff eines viel mächtigeren Herrschers: dem Leben selbst.

Und das Leben wird mächtiger sein als der Mensch. Es könnte durchaus sein, dass…


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