Tot

Aus der Sicht des Menschen betrachtet ist das Ende des Lebens, der Tot eine gleichermaßen unumstößliche, wie oft frustrierende Erkenntnis.


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Es herrscht die Meinung vor, dass diese Endlichkeit für alles Leben gelte. Doch dies ist nicht ganz korrekt: Bakterien zum Beispiel sterben nicht, zumindest nicht ohne Fremdeinwirkung. Genauso wie alle komplexeren Lebewesen durch Fortpflanzung über viele viele Generationen hinweg ihr Erbgut mehr oder minder unverändert weitergeben, so tun dies auch die Bakterien, allein mit dem Unterschied, dass sie keine komplexen mehrzelligen Gebilde zwischen ihren Fortpflanzungsschritten generieren, sondern Nachkommen direkt durch Teilung hervorbringen. Das Bakterium spaltet schlicht seinen Körper in der Mitte und nach kurzer Zeit entstehen so 2, 4, 8, 16 usw. weitgehend identische Kopien des ursprünglichen Bakteriums. Auch hier erscheint erneut der Begriff ‚Individuum’ für ein Bakterium im höchsten Maße fragwürdig. Welches der beiden neuen, aus dem ursprünglichen Bakterium entstandenen Wesen ist denn das Ursprüngliche, welches das Neue? Ebenso absurd ist die Idee des Todes bei Bakterien. Im Gegensatz zur denn komplexeren Lebewesen verfügen Bakterien offensichtlich nicht über einen inneren Mechanismus, der ihr eigenes Ableben zeitgesteuert in die Wege leitet. Bakterien sterben in der Tat durch Giftstoffe, wie Antibiotika, jedoch zum Beispiel auch nicht an Nahrungsknappheit. Wird ihre Umwelt für sie sehr feindlich, bilden sie eine Kapsel um sich herum in der sie unter extrem zurückgestellten Stoffwechsel überdauern können. Tatsächlich konnte vor kurzem ein seit 250 Mio Jahren in einem Salzkristall eingeschlossenes Bakterium ‚reanimiert’ werden.

Der Tot, das scheinen auch neuere genetische Untersuchungen zu bestätigen hat in der Natur mehr den Sinn, eine Überbevölkerung durch alte und verbrauchte Lebewesen zu verhindern. Viele Verfallsprozesse der Höhere Lebewesen verlaufen genetisch gesteuert nach einer Art Zeitplan. Allein an der Häufung von Fehlfunktionen kann es wohl nicht liegen, dass Säugetiere selten älter als 50 oder 60 Jahre werden, wo doch die einfacheren Reptilien viele Arten hervorgebracht haben, die wie manche Schildkröten über 200 Jahre alt werden können. Bei den Pflanzen wird das Verhältnis noch ausufernder: Bäume, wie Eichen können viele hundert Jahre alt werden, die amerikanischen Sequoias und der Drachenbaum bringen es sogar auf rekordverdächtige 1000 bis 2000 Jahre. Freilich ist die höhere Aktivität und Agilität der Tiere auch mit einem höheren Verschleiß verbunden, doch auch ein großer Baum muß seine Zellen über seine Lebensdauer hinweg bei Laune halten. Dies scheint durchaus über diese lange Zeit hinweg möglich zu sein.

Lange lebende Lebensformen scheinen in der Evolution schlicht den Nachteil erlitten zu haben, dass sie sich selbst innerhalb der Art so viel Konkurrenz durch die Alttiere gemacht haben, dass die Effektivität der Art stark gelitten haben muß, was über einige Generationen zwangsläufig zu einer angepaßten kürzeren Lebensspanne oder zum Aussterben dieser Arten geführt haben muß.


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