Geologische Zeiträume

Fernab von religiösen Schöpfungsmythen bemüht man sich auch heute in der Wissenschaft darum, das Alter der Schöpfung zu bestimmen, der Schöpfung, die man heute ‚das Universum’ nennt.


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Der Rahmen den man zu überblicken glaubt ist immens gewachsen. Von einem Weltbild in dem die Erde im Zentrum der sie umschließenden himmlischen Sphären schwebt, zum Sonnensystem als verschwindend winzigen Teil der riesigen Milchstraßengalaxis, die selbst nur ein Nebenschauplatz in einem unermeßlich großen leeren Universum ist, war es ein weiter Weg. Ein wesentlicher Schritt auf dem Weg zu größerer Klarheit war die in den späten zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts von Edwin Hubble gemachte Beobachtung, dass alle Galaxien, die er zu dieser Zeit untersuchte sich von der Erde wegzubewegen schienen. Das Licht das er von diesen Galaxien mit einem Teleskop empfing war, wie man sagt ‚rotverschoben’.

Licht, das von Sternen und mithin auch von großen Ansammlung von Sternen, den Galaxien, abgestrahlt wird, ist in bestimmten Wellenlängenbereichen besonders intensiv, in anderen weniger. Das charakteristische Spektrum der Sterne hängt eng mit der Temperatur dieser Sterne und den darin enthaltenen Elementen zusammen. Bestimmte Wellenlängen sind derart charakteristisch, dass man darüber sogar die chemische Zusammensetzung der Sterne und von anderen astronomischen Objekten bestimmen kann, indem man schlicht die typischen Wellenlängen und deren Kombination wiedererkennt. Auf diesem Weg wurde das Element Helium seinerzeit sogar zuallererst in der Sonne entdeckt, woher auch sein Name rührt (griech. Helios, Sonne).

Hubble beobachtete die ihm wohlbekannten Spektren, er musste jedoch feststellen, dass sie bei manchen Galaxien deutlich hin zum langwelligeren also zum roten Licht verschoben waren. Er zog daraus die richtige Schlussfolgerung: wie auch Schallwellen, zeigen Lichtwellen die Eigenschaft, dass sie sich verkürzen, wenn die Quelle der Wellen sich auf den Beobachter zubewegt und sich verlängern, wenn sich die Quelle vom Beobachter fortbewegt. Dieses Phänomen wird nach seinem Entdecker ‚Doppler-Effekt’ genannt und ist jedem bekannt der einmal einen Rettungswagen mit Sirene an sich vorbeifahren hat hören. Die korrekte Schlußfolgerung war: Die Galaxien mussten sich allesamt von der Erde weg bewegen, da ihr Licht langwelliger war, als es sein sollte.

Zusätzlich stellte Hubble fest, dass die Rotverschiebung bei weiter entfernten Galaxien größer war, sich diese also offensichtlich schneller bewegen mussten. Da das Licht, das wir von diesen Galaxien empfangen, aufgrund ihrer enormen Entfernung von der Erde teilweise viele Millionen oder gar Milliarden Jahre zu uns durch den interstellaren Raum unterwegs ist, bevor es auf der Erde durch z.B. von einem Teleskop aufgefangen wird, blicken wir, wenn wir diese Galaxien betrachten nicht nur hinaus in den Raum des Universums, sondern auch zurück in die Zeit. Diese Objekte sind so weit entfernt, dass das Licht, das bei uns heute ankommt vor vielen Millionen Jahren dort losgestartet ist. Das Licht, das wir wahrnehmen ist weit in der Vergangenheit entstanden und hat sich in der Zwischenzeit allein nur durch leeren Raum bewegt. Dieses Licht war mitunter bereits lange unterwegs, als die Dinosaurier ausstarben, sicher als die Pyramiden gebaut wurden, als Kolumbus die Neue Welt entdeckte und als wir (der geschätzte Leser wie der Author) geboren wurden. Während all dieser Zeiten durchmaß ein solcher Lichtstrahl leeren Raum mit der unglaublichen Geschwindigkeit von 300.000 km/s.

Die Strecke, die das Licht bewältigt hat wird in der Einheit ‚Lichtjahr’ gemessen, was eine Längeneinheit wie das Meter ist, keine Zeiteinheit, wie das Jahr. Es ist die Strecke, die ein Lichtstrahl im Vakuum des Universums in einem Jahr durchmisst. Damit entspricht die Entfernung eines Objektes, das wir weit draußen in Universum beobachten gleichzeitig dem ‚Alter’ des Bildes, das wir von diesem Objekt wahrnehmen. Ein Objekt in 80 Mio Lichtjahren Entfernung sehen wir so, wie es vor 80 Mio Jahren ausgesehen hat, da das Licht 80 Mio Jahre gebraucht hat um zu uns zur Erde zu gelangen. Wir sehen das Objekt also nicht etwa so, wie es ‚heute’ aussieht. Genauere Überlegungen zeigen, dass der Begriff ‚heute’ überhaupt keinen Sinn mehr macht, wenn wir von derartigen Distanzen sprechen. ‚Heute’ suggeriert eine Gleichzeitigkeit, die es über diese Distanzen nicht gibt, da die schnellste Übertragung von Information mit Lichtgeschwindigkeit stattfinden kann, und selbst diese Äonen dauert. Dies ist Teil der Speziellen Relativitätstheorie Einsteins: die Zeit ist nicht absolut.

Wir sehen diese astronomischen Objekte so, wie sie vor dieser langen Zeit…


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