Manhattan (1979)

Manhattan (1979)

Woody Allens Humor ist nichts für Anfänger. Selbst als geneigter Lacher steht man zuerst einmal perplex vor dem teilweise unverständlichen, teilweise schwer nachvollziehbaren, teilweise in gewisser Weise vermutlich komischen, aber leider dem eigenen Bildungsniveau oder sonstigem Verständnis sich irgendwie entziehenden Gags.


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Ob er sich nun weigert, eine Fähre zu betreten mit dem Hinweis, er sei Trocken-Hebräer (man mag eine Verbindung zur Teilung des Roten Meeres während der Identität stiftenden Phase seines Volkes vermuten), ob er als Antwort auf die Frage, ob er ein leicht übersteigertes Ego hätte antwortet, er vergliche sich mit Gestalten der griechischen Mythologie ausgedrückt nie mit Narziss und auf die Rückfrage, für wen dann nach einem dieser charakteristischen Räusperer hervorwürgt: ‘Zeus’. Oder wenn er lamentiert, es sei kein Wunder, dass es in Los Angeles viel sauberer sei, als in New York, dort würde man aus dem Müll ja auch Fernsehserien machen. Man muss es ihm lassen: er verdient sich den Ruf als (einziger) intellektueller Filmemacher der USA redlich und im Schweiße seines Angesichts.

All dieser Humor erfordert, ihm auf seinen Gedankenwegen zu folgen und dabei mitunter nicht wenig klassische und zeitgenössische Bildung oder zumindest eine recht selbstgerechte und arrogante Sichtweise gegenüber dem Zeitgeist und Modeerscheinungen im Allgemeinen für die breite Masse mitzubringen. Woody ist ein Bildungs-Snob und seine Fans mit Sicherheit nicht minder, denn allen anderen spuckt er gerne mal in die Suppe, wenn nicht gar ins Gesicht – würden die seinen Humor verstehen, oder seine Filme überhaupt beachten.

Doch genau diese Verstiegenheit, diese Verklausulierung, dieses selbst erkunden und herausfinden müssen, wo sich die Pointe versteckt, ist auch ein wesentlicher Teil von Woodys Kunst und der Faszination seines Humors. Denn zu einem Genie macht ihn, dass die Pointe immer da ist, man sie aber finden muss.

Es ist im Grunde wie…


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