Der Hobbit: I - III (2012-2014)

Der Hobbit:  I - III (2012-2014)

Alles Schwachsinn.

Es gab im Vorfeld viel Kritik am ersten Teil der Hobbit-Trilogie von Peter Jackson. Der Film habe Längen, die 48 Bilder pro Sekunde Technologie lasse den Film aussehen, wie ein Home-Video, Radagast sei nervtötend, wie Jar Jar Bings in den Star Wars Prequels und vieles derartiges Genöle mehr – alles Schwachsinn!


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Wahr ist: Der Film gibt die heitere und für ein Jugendbuch typische Stimmung der Buchvorlage hervorragend wieder – und mehr noch: Peter Jackson und seiner Drehbuchautorin gelingt das Unmögliche, die Quadratur des Kreises: er ‘übersetzt’ die kindgerechten Szenen des Buchs in eine erwachsene Sichtweise, ohne die Handlung des Buchs zu verändern, oft sogar ohne vom original Wortlaut der Dialoge abzuweichen. Aber sie setzen die kindgerechten Szenen mit so viel Feingefühl in einen größeren, erwachseneren Kontext, dass sie plötzlich auch aus der Erwachsenensicht Sinn ergeben. Sicherlich hinter den Kulissen die größte Herausforderung bei der Verfilmung von Tolkiens Erstling, den Tolkien ursprünglich als Gutenachtgeschichte für seine Kinder verfasst hatte.

Als es CGI wieder einmal möglich gemacht hat. Auch im Kontrast zur Zwergenstadt Erebor, deren Großartigkeit herauszustellen wäre, wäre dies sinnvoll gewesen.

Doch vieles ist so viel besser, als man es erwarten würde, dass man nur applaudieren kann. Die Einführung zeigt in Bildern von ungesehener Vehemenz, auf welche Kategorie Gegner man da zusteuert, mit einem Drachen. Die lange Anfangssequenz der ‘unerwarteten Party’ in Bilbos Höhle ist so vollauf gelungen, dass man keine Sekunde davon missen möchte. Die teils im Buch unmotivierten Angriffe von Wölfen auf unsere Zwergengruppe mit Hobbit machen sogar durch die Einführung eines Orcs, der mit Warg-Reitern systematisch auf die Zwerge jagt macht erst richtig Sinn. Ohne diesen kommen sie im Buch nämlich ein bisschen unmotiviert aus dem Nichts. Sogar der geheime Rat zwischen Elrond, Gandalf, Saruman und Galadriel um das Schicksal der Zwerge und die Perspektive auf den Necromancer von Dol-Guldur (der kein anderer als der wohlgekannte Sauron ist, der erwacht und weswegen auch der Ring sich genau zu dieser Zeit auf die Reise heraus aus dem Nebelgebirge und weg von Gollum macht) – also die hohe Politik in Mittelerde – ist so sehr im Sinn des späteren Tolkien und in sich logisch, dass man diesmal verschmerzen kann, wenn diese Szenen eingefügt wurden, ohne dass beim Meister höchstselbst davon auch nur ein Wörtchen stehen würde.

Aber das sind Details. Man kann feststellen: Jackson hat Tolkien inzwischen ganz gelesen und verstanden. Er fügt seine eigenen Interpretationen und Versatzstücke inzwischen so ein, wie Tolkien es selbst vielleicht getan und gewollt hätte – nahtlos, nicht so leicht unmotiviert, wie noch in den Herr der Ringe Filmen – dort augenscheinlich nur aus dem niederen Beweggrund, dem Ganzen etwas mehr ‘Action’ zu verleihen. Im Grunde merkt man dem Film an allen Ecken und Enden zweierlei an: Jackson ist in Mittelerde inzwischen Routinè und das tut Film und Drehbuch gut. Und zweitens sind auch die Trickeffekte und die optische Qualität der in mehr als 4k mit 3D-Kameras gefilmten und in 48 Bildern pro Sekunde gezeigten Szenen derart überragend, dass man geneigt ist zu sagen: Der Hobbit Teil 1 ist ein ‘besserer’ Film als Der Herr der Ringe, jedenfalls beginnt auch diese Trilogie mit einem ebenso furiose ersten Teil, wie einst Der Herr der Ringe.

Zwar sind beide schwer vergleichbar, weil Der Herr der Ringe…


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