Das Computerzeitalter

Am 15. November 1971 geschah etwas sehr bemerkenswertes, was zunächst jedoch kaum gebührende Beachtung fand. Eine weitgehend unbekannte Taschenrechnerfirma aus den USA namens Intel stellte ein kleines Stück Silizium in Dienst, das eine sehr bedeutende Funktion hatte: es war frei programmierbar und damit der erste echte (in Serie gebaute) Mikroprozessor der (uns bekannten) Weltgeschichte.


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Fast auf den Tag genau neun Monate zuvor, geschah etwas weit weniger bedeutsames, das außer im engsten Kreis wohl eher keinerlei Beachtung fand: einer kleinen Familie wurde ein Sohn, freilich nicht aus Silizium (oder wenigstens ‘fast’ nicht), sondern aus Fleisch und Blut geboren, der – nun gut – zunächst keinerlei bemerkenswerte Funktionen hatte. Sie haben’s erraten: der Autor spricht über den Autor.

Was will uns dies sagen? Wohl, dass ich im selben Jahr wie der Mikroprozessor geboren wurde und es wohl damit kein Wunder ist, dass mein ganzes Leben bis heute geprägt ist von dieser Entwicklung, die von diesem winzigen Stück Technik ausgehend, sich seit den 1970er Jahren auf uns alle herabsenken sollte.

Es waren bedeutende Zeiten: zwei Jahre zuvor war bereits das Arpanet, der Vorläufer des Internet in Betrieb genommen worden und pünktlich zu meinem zehnten Geburtstag 1981 wurde darauf dann auch TCP/IP in Betrieb genommen, womit es erstmals das Internet in der heutigen Form gab.

Aber nicht überall wurde die neue Technologie als das erkannt und aufgenommen was sie war: revolutionär. Mein Großvater z.B. pflegte mir damals, als Computertechnik noch etwas für Spezialisten und Freaks war, zu erklären: diese neuen Taschenrechner und Computer seien zu überhaupt nichts nutze, weil sie nicht mal einen Bruch wie 1/3 korrekt berechnen konnten, sondern ihn nur mit 0,333… annähernden. Er wollte sagen: er glaubte nicht an diese neuen Taschenrechner und erklärte mir konsequenterweise seinen Rechenschieber. Wie falsch man doch liegen kann.

Der erste Kontakt

Und etwa um dieselbe Zeit konnte ich mich bereits in meinen jungen Jahren jenen auf beinahe magische Weise autonom und ‘intelligent’ agierenden elektronischen Kästen natürlich nicht entziehen.

Die Formulierung: das komplexeste Werkzeug, das der Mensch je erschaffen hat stammt zwar nicht von mir, trifft aber den Nagel derart auf den Kopf, dass ich mich ärgere, diese Zeile nicht selbst gefunden zu haben.

Auch mein erster Versuch mit einem eingetippten Basic-Programm auf einem ohne Massenspeicher bei meinem Nachbarn herumstehenden – rückblickend rekonstruiert vermutlich ein – Sinclair ZX80 mit Folientastatur blieb aber erst noch ohne direkte Folgen. Doch mein nächster Kontakt wurde dann zu meinem persönlichen computertechnischen Urknall:

Und freilich war es kein echter Computer, der mich elektrisierte, sondern in Wahrheit jenes erste all jener noch kommenden ‘Neuen Medien’, mit der die Computerindustrie erst so richtig den Nachbrenner einlegte: Computerspiele. Ein Schulkamerad hatte ein Atari 2600 Videospiel und, um es kurz zu machen: das brauchte ich auch.

Das Virus hatte zugeschlagen. Und der erste einigermaßen ‘echte’ Computer war dann …


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